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Gespräche gut vorbereiten und „offene Ohren“ finden

Gespräche gut vorbereiten und offene Ohren finden!

Wie soll das gehen? Gute Frage. Am Besten, du versetzt dich einmal in die Lage deiner Gesprächspartner. Wollen die überhaupt hören, was du zu sagen hast? Haben sie Interesse an deiner Meinung? Kann es sein, dass der Zeitpunkt grade ungünstig ist? Oder haben Sie einfach gerade ganz andere Sorgen? Wenn du dir diese Fragen beantwortest, und immer auch die Perspektive deiner Gesprächspartner berücksichtigst,  hast du große Chancen, auf “offene Ohren” zu stoßen.

Das heisst natürlich nicht, dass du deine Meinung nicht sagen kannst wenn jemand grade keine Zeit oder Lust darauf hat. Ganz im Gegenteil. Du hast ein Recht dazu. Schalte nur im Vorfeld möglichst alle Gründe aus, die andere am Zuhören hindern. Damit signalisierst du: ich verstehe dich. Berücksichtige einfach die Bedürfnisse deiner Gesprächspartner. Sie werden es dir danken.

Mein Tipp:

Überlege dir, was du sagen willst und vereinbare einen Zeitpunkt der für beide passt. Sag, wie viel Zeit ihr deiner Meinung nach braucht. Und bau noch etwas Puffer ein.

Bereite dich vor und bring deine Aussagen, Wünsche, Gefühle in eine Struktur. Am besten mit den vier Schritten der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) nach Marshall B. Rosenberg. Das ist gar nicht so schwer. Anfangs dauert es wahrscheinlich länger als du denkst. Aber es lohnt sich. Du wirst sehen, mit der Zeit geht es immer besser. Nimm deine Notizen ruhig mit ins Gespräch. Das zeigt, dass du dich vorbereitet hast. Versuche deine Gesprächspartner zu verstehen und nicht nur, deinen eigenen Willen durchzusetzen. Und sprich es aus. Sage: “ich verstehe dich”. Das baut Druck ab und bewirkt beim Gegenüber eine offenere Haltung und Interesse für deine Perspektive.

Das könnte so aussehen:

“Über unser letztes Gespräch habe ich noch viel nachgedacht und möchte gerne mit dir darüber sprechen. Hast du bis Ende der Woche einmal ein halbe Stunde Zeit für mich?” Dann wissen beide, worum es geht und die Weichen für ein offenes Gespräch sind gestellt.

Was aber, wenn die andere Partei in Abwehrhaltung geht und sagt: “Was gibts denn da noch zu besprechen? Sag mir das doch jetzt gleich.” Oder: “Die nächsten beiden Wochen hab ich keine Zeit.”

Du bleibst weiterhin dabei. Denn dein Anliegen ist genau so wichtig, wie das deiner Gesprächspartner. Sag zum Beispiel: “Jetzt passt mir das nicht. Und mir ist wichtig, dass wir beide offen für’s Gespräch sind. Das verstehst du doch sicher, oder?”

Auf die Aussage: „in den nächsten Wochen habe ich keine Zeit“, kannst du zum Beispiel antworten: “Für mich ist es sehr wichtig, das Gespräch mit dir zu führen. Ich brauche Klarheit in der nächsten Woche. Hast du nicht doch irgendwann eine halbe Stunde für mich? Ich versuche auch, mich zeitlich ganz nach dir zu richten.”

Merkst du was? Du kannst auf deinem Wunsch beharren und bist trotzdem nicht unhöflich. Selbst wenn ihr keinen Termin findet wirst du dich besser fühlen. Denn du hast deine Position klar gemacht. Wenn dein Gegenüber das Gespräch partout nicht will ist es auch eine Antwort. Du kannst darauf basierend auf jeden Fall eine Entscheidung treffen.

Was sagst du dazu? Hat dir das geholfen?

Dann schenk mir ein Like. Noch mehr freue ich mich über deine Meinung in einem kurzen Kommentar.

6 Comments

  1. Frauke Schramm

    Danke für diesen wertvollen Input, liebe Elke! der Spagat zwischen „beharrlich bleiben“ und „freundlich sein“ ist manchmal echt schwer – lohnt sich aber immer.

    Deine Formulierungen kommen in meinen „Werkzeuggürtel“, wenn ich sowas mal wieder brauche, werde ich sie einsetzen.

    liebe Grüße, Frauke

  2. Kerstin Perry

    Vielen Dank !
    Es ist wirklich wertvoll, sich vorher Gedanken zu machen, wie man sein Anliegen am besten
    „rüberbringt“ und dem Gegenüber eine Chance gibt, genauso freundlich zu reagieren.
    Eigentlich würde ich mir das in der Schule im Unterricht für die Kinder auch wünschen.
    Ich bin überzeugt, wenn es eine bessere Kommunikationskultur gäbe, wären viele Unternehmungen und Vorhaben effektiver.

    1. Elke Schulz

      Liebe Kerstin,
      da kann ich dir aus ganzem Herzen zustimmen. Kommunikationskompetenz als Ausbildungsfach wäre sicher ein großer Gewinn für die Gesellschaft. Ich versuche, mit kleinen Schritten möglichst viele Menschen zu erreichen.
      Kommunikation den Wert beizumessen wie du das tust ist die Basis für Verbesserung.
      Ganz lieben Dank für deinen wertvollen Kommentar.

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