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Ziele erreichen mit den 4 Schritten der Gewaltfreien Kommunikation (GFK)

Ziele erreichen mit den 4 Schritten der GFK

Wenn wir etwas von anderen wollen sagen wir das. Vielleicht überlegen wir uns vorher eine Begründung. Die nennen wir dann am Schluß. Oft genug holen wir uns eine Abfuhr. Dann sind wir wütend oder enttäuscht. Was ist passiert? Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dass es an der Art wie wir etwas sagen und auch an der Reihenfolge liegen kann? Je nachdem, um was es geht oder mit wem ich gesprochen habe ist die Rückweisung vielleicht schon vorprogrammiert. Und meistens sagt uns unser Bauch schon wie es ausgeht. Auf unser Gefühl sollten wir also hören. Das heißt nicht, dass der Versuch sinnlos ist, wir sollten nur die Vorgehensweise ändern. Zuerst müssen wir uns selbst überzeugen. Wie das geht? In dem wir uns vorbereiten und unser Gespräch strukturieren.

Mein Tipp:

Fang im Gespräch nicht mit deinem Wunsch an sondern bereite eine Argumentationskette vor. Das geht wunderbar mit den vier Schritten der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg (Fakten, Gefühl, Bedürfnis, Bitte):

  1. Zuerst schilderst du die Fakten. Und zwar wirklich die Fakten und nicht deine Wahrnehmung oder Interpretation. Nenne, Daten, Zahlen und gib Zeiten an.
  2. Dann sagst du, wie du dich gefühlt Höre in dich hinein und bleibe bei der Wahrheit. Es dürfen ruhig mehrere Gefühle sein.
  3. Nenne im Anschluss euer gemeinsames Bedürfnis. Das kann etwas sein wie, gute Zusammenarbeit, das gemeinsame Ziel erreichen etc.
  4. Zum Schluss formulierst du eine konkrete Bitte. Sag bitte nicht, was jemand lassen soll. Es ist wichtig, den Gesprächspartnern mitzugeben, was genau sie tun sollen, damit das Problem gelöst wird. Denke daran, wenn du nicht genau sagen kannst, welches Verhalten hilft, wie soll es dein Gegenüber wissen?

Es ist gar nicht so leicht, dass alles verständlich zu formulieren. Aufschreiben hilft sehr dabei. Und je mehr du übst, desto besser wirst du. Das Schönste ist, du merkst selbst, ob deine Argumentation schlüssig ist. Das gibt dir Sicherheit. Die strahlst du aus. Du wirkst auf andere überzeugend. Ganz anders, als wenn du sowieso nicht glaubst, dass man dir Recht gibt. Probier’s aus.

Das kann zum Beispiel so aussehen:

Aus einem Praxisbeispiel schildere ich mal folgende Situation: Du hast das Gefühl, dein Vorschlag im letzten Meeting wurde gar nicht richtig angehört sondern gleich vom Tisch gewischt. Und du vermutest sogar, dass es daran liegt weil der Vorschlag von dir kam. Das ärgert dich. Und die Situation kommt dir immer wieder in den Kopf. Du hast es zwar schon des öfteren angesprochen, manchmal auch recht emotional. Das sah dann ungefähr so aus:„Mein Vorschlag letztens ist einfach so vom Tisch gewischt worden. Wieso sollen wir das denn nicht so machen? Das war doch eine gute Idee? Immer werden meine Vorschläge gleich in die Tonne getreten. Das finde ich ungerecht.”

Kennst du die oder eine ähnliche Situation? Lass uns einmal genau hinschauen.

Was passiert? Dein Gegenüber ist genervt, weil das Thema wieder aufgenommen wird. Vielleicht ist auch der Zeitpunkt grade ungünstig. Man hat eventuell das Gefühl, dass du einfach nur beleidigt bist und deinen Willen durchsetzen willst.

Mit den 4 Schritten von GFK wird die Reihenfolge geändert. Das sähe dann so aus:

  1. Im Vorfeld zum Meeting am letzten Mittwoch wurde um Vorschläge zum Thema xy gefragt. Mein Vorschlag war: …… Ihre Aussage dazu: „das dauert viel zu lange und ist im Moment sowieso nicht machbar“. Eine Lösung haben wir bis heute nicht gefunden.
  2. Ich habe die Vorgehensweise am Mittwoch nicht verstanden. Einmal fragte ich noch nach, fühlte mich dann in der großen Runde aber ausgebremst. Das hat mich frustriert und total geärgert. Ich hatte das Gefühl, als würde meine Idee gar nicht erst angehört sondern gleich als dumm abgestempelt.
  3. Ich möchte aktiv mithelfen, unser Problem zu lösen und finde es wichtig, erst alle Ideen zu sammeln, und danach zu werten und zu priorisieren.
  4. Darf ich Ihnen noch einmal genau meinen Lösungsvorschlag erklären und Sie hören sich das in Ruhe an?

Was sagst du dazu? Hat dir das geholfen?

Über ein Like freue ich mich. Und noch mehr über deine Meinung und einen kurzen Kommentar

2 Comments

    1. Elke Schulz

      Hallo Daniel Schmid,

      ganz lieben Dank für den Kommentar. Das freut mich total, zu hören, dass du (ist das du ok?) das Werkzeug nutzt. Wann zum Beispiel hast du es eingesetzt? Das würde mich brennend interessieren. Magst du mal darüber schreiben? Das wäre super. Denn genau diese Life-Erlebnisse helfen anderen, zu erkennen wie sie es nutzen können.

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